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Wintersport-Blog von Karl Geiger

Über den Wolken

Die Maschine hebt langsam ab, zieht eine lange Linksschleife über Tokio, um dann Kurs zu nehmen auf die Heimat. Wir haben noch gerade, von Sapporo kommend, einen der letzten Flieger bekommen, die die Insel Richtung Europa verlassen. Die Lichter der japanischen Hauptstadt verschwinden schnell und ich sitze zufrieden in meinem Sitz. Die Flüge auf Weltcupreisen sind besondere Phasen der Reflektion. Man arbeitet die vergangenen Tage auf, um dann natürlich auch wieder den Blick nach vorne zu nehmen, auf die kommenden Aufgaben und Wettkämpfe.

 Bevor ich zur Selbstanalyse ansetze und meine Leistungen und Ergebnisse vom Wochenende in Japan Revue passieren lasse, denke ich an Noriaki Kasai, der schon in den Weltcupspringen um Punkte und Siege kämpfte, als ich noch gar nicht geboren war. Heute springt er mit 51 Jahren in die Top 30 und ergattert immer noch einen Weltcuppunkt. Ich bin schwer beeindruckt von dieser körperlichen Leistung und von der Hingabe dieses Sportlers zu unserem Sport!

Leichte Turbulenzen über dem Meer rütteln mich auf und lassen meine Gedanken zu dem japanischen Ausnahmespringer schwinden.

Zurück im ruhigen Dahingleiten des Airbus beginne ich, meine persönliche Bilanz zu den Wettkämpfen der vergangenen Tage zu ziehen:

Ich bin zufrieden und denke, die weite Reise hat sich gelohnt. Der Sieg in der Qualifikation hat mir gezeigt, dass ich auch in einer eher instabileren Leistungsphase einen gesamten Durchgang des Starterfelds für mich entscheiden kann, und das ist ein gutes Gefühl.

Gefühl ist das entscheidende Wort- das Gefühl für den Sprung war wieder da, ich wusste, wohin ich hin musste, und das ist mehr Wert als eine Platzierung an sich. Ich habe an den Trainingstagen, die während der Weltcupsaison eng bemessen sind, kontinuierlich an verschiedenen Punkten gearbeitet und dies hat sich in Japan bemerkbar gemacht.

Daher habe ich in meinem Reisegepäck nicht nur Skier und Sprunganzüge, sondern ein großes Stück Zufriedenheit und eine spürbare Motivation für den nächsten Wettkampf, dem Skifliegen in Oberstdorf.

Ja, die heimische Heini-Klopfer-Schanze ist sofort in meinem Kopf und es ist selbstverständlich, dass ich nur wenige Schanzen so gut kenne und einzuschätzen weiß, wie die Anlage vor meiner Haustür.

Ich freue mich auf das Nachhausekommen, auf das Wiedersehen mit meiner Familie, auf die Vorbereitung auf den Wettkampf und vor allem auf das heimische Publikum, das einen immer wieder ein paar Meter weiter trägt!

Herzliche Grüße

Karl Geiger

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